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Die Bewerbung und der Job
Um was geht es eigentlich
Rechnen Sie doch mal überschlägig aus, was Sie das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen, in den nächsten 3 Jahren kosten werden. Also ca.: Ihr Wunschnetto-Monatslohn X 2 X 12 X 3.
Mal angenommen Sie möchten z.B.: 1.000,- € netto jeden Monat ausbezahlt haben dann kosten Sie das Unternehmen in den nächsten 3 Jahren ca.:
1.000,- € X 2 X 12 Monate X 3 Jahre = 72.000,- €
Seien Sie Verkaufsprofi !
Vergegenwärtigen Sie sich jetzt bitte folgendes: Sie wollen dem Unternehmen ein „Produkt“ für 72.000,- € verkaufen. Hierzu haben Sie ein perfektes „Verkaufsprospekt“ (Ihre Bewerbung) erstellt, mit dem Sie die Vorteilhaftigkeit Ihres Angebotes (ggü. vielen Anderen) zum Ausdruck bringen wollen.
Ein Verkauf kommt regelmäßig dann zustande, wenn der Käufer den Wert höher einschätzt als den Preis.
Um also eine möglichst hohe Wertschätzung zu erreichen, werben Sie für Ihr „Produkt“;
Sie bewerben Ihr „Produkt“
Bitten Sie nicht um ein Vorstellungstermin !
Wecken Sie lieber mit Ihrer Bewerbung Interesse an Ihrer Person – dann wird man Sie um einen Vorstellungstermin bitten.
Bitten Sie nicht um den Job !
Hat Sie schon mal ein Autoverkäufer darum gebeten, ein Auto für 72.000,- € zu kaufen ? Oder hat Sie schon mal ein Immobilienmakler darum gebeten eine Eigentumswohnung für 72.000,- € zu kaufen ?
Warum eigentlich nicht ? (oder falls doch – haben Sie der Bitte entsprochen ?)
Erzeugen Sie lieber den unwiderstehlichen Wunsch, gerade Sie im Team haben zu wollen. Liefern Sie Argumente dafür, dass eine „Ablösesumme“ von nur 72.000,- € (in diesem Rechenbeispiel) geradezu ein Schnäppchen ist.
Fragen Sie nicht, was Sie bei dem Job tun müssen...
...denn Sie müssen gar nichts tun. (nicht mal Ihre Bewerbung abschicken)
Wenn Sie jedoch von sich aus wollen, innerlich geradezu darauf brennen Ihr Wissen, Ihr Können, Ihren Tatendrang, Ihre Neugier, Ihre Talente,.... kurz sich ganz in das Unternehmen einzubringen, dann stellt sich diese Frage gar nicht. Sie werden uns schon sagen was Sie alles machen können bzw. machen möchten.
Senken Sie nicht Ihren Preis ! Erhöhen Sie lieber Ihren Wert !
Schön, wenn Sie auch für wenig Geld arbeiten wollen; auch schön, wenn das Arbeitsamt oder sonst wer Zuschüsse bezahlt wenn man Sie einstellt. Der Grund warum überhaupt Personal eingestellt wird ist aber nicht der, Geld zu sparen (– denn dann würde man ja besser niemanden einstellen; mehr Personalkosten kann man nicht sparen –) sondern man möchte hoch motivierte, hoch produktive, ideenreiche, aufgeweckte, gutgelaunte, fröhliche, zufriedene, glückliche, erfolgreiche Mitarbeiter, die mit viel Freude, Leichtigkeit und heiterer Gelassenheit etwas mehr Ertrag (Wert) erwirtschaften als sie selbst kosten.
Zeigen Sie keine Kompromisse bei Ihren Schwächen
sondern punkten Sie mit den Chancen Ihrer Stärken
Niemand braucht Sie wegen Ihrer Schwächen. Wenn Sie jemand einstellt, dann nur wegen Ihrer Stärken. Diese sollten Sie betonen und auch später immer weiter ausbauen.
Online bewerben
Wenn Ihre Bewerbung Erfolg haben soll, muss Ihre Onlinebewerbung einem hohen Qualitätsstandard entsprechen und sollte dem Format und der Gestaltung einer schriftlichen Bewerbung entsprechen. Nur weil Sie sich online bewerben darf Ihre Bewerbung nicht unvollständig sein; auch Ihr Bewerbungsfoto sollte bei einer online Bewerbung kein Bildausschnitt eines Schnappschusses der letzten Party sein. Vergleichen Sie doch mal Ihre Bewerbung (möglichst vor dem Versenden) mit einem Verkaufsprospekt eines 72.000,- € teuren Autos.
Zeigen Sie Professionalität.
Ihre Bewerbung ist auch eine erste Arbeitsprobe die Sie abliefern. Egal auf was für einen Job Sie sich bewerben; in fast allen Berufen ist es wichtig „verkaufen“ zu können. Produkte und Dienstleistungen an Kunden, Überzeugungen und Meinungen an Mitarbeiter und Vorgesetzte. Zeigen Sie mit dieser „Arbeitsprobe“ dass Sie in diesem wichtigen Bereich ein Profi sind.
Verwenden Sie das Format PDF.
PDFs kann jeder lesen, PDFs sind nicht virenanfällig und PDFs verkleinern Ihre Dateien in der Regel nochmals erheblich. (Ihre Mail sollte deutlich kleiner als 5 MB sein !) Wenn Sie Ihre Anlagen im PDF-Format erstellen, können Sie übrigens auch Ihre gesamte Bewerbung (Anschreiben m. Bild, Lebenslauf, ausgewählte Zeugnisse) in einem einzigen Dokument zusammenfassen (!).
Versetzen Sie sich in die Rolle eines Personalverantwortlichen, der 100 Bewerbungen auf eine Stellenausschreibung bekommt. Jede dieser Online-Bewerbungen hat 4-5 Anlagen. Er muss also 400-500 Anlagen öffnen und ggf. ausdrucken. Was würden Sie da tun?
Gehen Sie – einen Schritt nach dem Anderen.
Wenn der „Deal“ zustande kommen soll, (und davon gehen Sie ja erst mal aus) dann werden Sie mehrere Stufen durchlaufen.
1. Stufe: Ihre Bewerbung,
sie ist vollständig, aussagekräftig, wahrhaftig, ansprechend, ordentlich, übersichtlich, interessant, kompakt,
sie macht neugierig auf mehr,
sie soll Ihnen die „Eintrittskarte“ zur Stufe 2 verschaffen
2. Stufe: Der Eignungstest
Gute Zeugnisse sind das Eine, Praxistauglichkeit, Allgemeinwissen und Soft Skills das Andere.
er ist ein Rundgang durch das Allgemeinwissen,
er zeigt, was Sie „drauf“ haben, hier zeigen Sie dass bzw. wie „wach“ Sie sind
er soll Ihnen die „Eintrittskarte“ zur Stufe 3 verschaffen.
3. Stufe: Das Vorstellungsgespräch
In einem persönlichen Vorstellungsgespräch werden letzte Unklarheiten und Fragen besprochen.
Es ermöglicht, dass man gegenseitig mehr voneinander erfährt; bestätigen sich die Eindrücke und Erwartungen die man voneinander hatte ?
es soll Ihnen die „Eintrittskarte“ zur Stufe 4 verschaffen.
4. Stufe: Der Arbeitsvertrag
Bei der Vertragsverhandlung werden letzte Feinheiten verhandelt.
Ist man sich einig schließt man den Arbeitsvertrag.
Dieser ist gleichzeitig Ihre Eintrittskarte zur Stufe 5.
5. Stufe: Die Probezeit
Alle Theorie ist grau – das Leben ist aber kunterbunt.
Sie gibt (beiden Parteien !) die Möglichkeit zu sehen, ob sich der Arbeitsalltag mit den eigenen Wünschen und Vorstellungen deckt – ob das Arbeitsverhältnis also alltagstauglich ist und für längere Zeit eingegangen werden sollte.
Machen Sie sich zukunftssicher
Freunden Sie sich frühzeitig damit an, lebenslang zu lernen. Verpassen Sie nicht den Anschluss an neuen Entwicklungen, Trends etc.
Entwickeln Sie fachübergreifende Interessen. Seien Sie neuem ggü. aufgeschlossen.
Erlernen Sie Methodenkompetenzen.
Lesen Sie viel und erlernen Sie (möglichst) Schnelllesetechniken.
Machen Sie Ihren Arbeitsplatz zu einem sicheren Arbeitsplatz
Interessieren Sie sich dafür ob bzw. dass Sie mit Ihrem Arbeitsplatz immer mehr Wert schaffen, als Ihr Arbeitsplatz das Unternehmen kosten. Machen Sie sich dabei aber nichts vor.
Welche unproduktiven Arbeitsleistungen anderer Arbeitnehmer sind Ihrem Arbeitsplatz zuzurechnen ? Wie viel Managementressourcen binden Sie bzw. Ihr Arbeitsplatz im Schnitt ? Welche Ressourcen müssen für Sie / Ihren Arbeitsplatz vorgehalten werden ? (m² Büro, Energie, Kfz., Werkzeuge, etc...)
Übernehmen Sie Verantwortung...
...auch für Andere. Werden Sie zum Vorreiter. Erarbeiten Sie eigenständig und kritisch Lösungen und bringen diese argumentativ nach vorn. Werden Sie zum Trendsetter. Zeigen Sie neue Wege auf – man wird Ihnen folgen.
Viel Erfolg wünscht Ihnen
Mario Albrecht
vom

